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Curriculum vitae
2003 Jan de Weryha-Wysoczański wurde1950 in Gdańsk/Danzig geboren, wo er an der Kunstakademie Bildhauerei studierte. Seit 1976 arbeitet er als freischaffender Künstler, seit 1981 in Hamburg. 1998 war er Preisträger des Prix du Jury beim Salon de Printemps ’98, 1998-99 bekam er den Auftrag für das Denkmal in Erinnerung an die Deportierten des Warschauer Aufstandes 1944 für die KZ-Gedenkstätte Hamburg Neuengamme. Neben seinen vielen Ausstellungen in den USA, Deutschland, Polen, Luxemburg, Belgien und der Schweiz hat er in dem Hamburger Ausbesserungswerk, wo auch sein Atelier ist, eine Dauerausstellung mit über 80 seiner Holzobjekte konzipiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Jan de Weryha-Wysoczański ist ein Künstler, der das Material Holz erforscht. Seit vielen Jahren versucht er seine künstlerischen Überlegungen auf die Erforschung des Materials, auf das Begreifen seiner Struktur und seines Kernes zu konzentrieren. Die Fragestellung, inwiefern man mit dem Eingriff das Material beeinflussen darf, so dass es seine Identität nicht verliert, begleitete ihn und wird ihn auch weiterhin begleiten.

Dr. Christina Weiss, Staatsministerin für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland:
[...] Jan de Weryha-Wysoczańskis Biographie spiegelt etwas von der wechselvollen Beziehung zwischen Deutschland und Polen. Geboren in Danzig, übersiedelte er im Alter von 31 Jahren zu Zeiten der Solidarność-Bewegung nach Hamburg und trat dem BBK bei. Ein Ortswechsel wie dieser war damals ja zugleich ein Wechsel von einem politischen System ins andere, von einer Weltanschauung in die entgegengesetzte, und er dürfte nicht spurlos an dem Menschen und Künstler vorbeigegangen sein.
Künstlerisch ist der prägende Einfluss der amerikanischen Minimal Art, besonders der frühen Skulpturen von Carl André aus den 60er Jahren, unübersehbar. Es ist die Verwandtschaft im gestalterischen Denken, die beide Künstler verbindet.
Carl André denkt struktural und bemüht sich konsequent um die Rückführung auf Primärstrukturen. Er will weg von der durch den Künstler erfundenen Form, um erst recht weg von der kompositorischen Hierarchie und künstlerisch-individuellen Handschrift. Oder, wie Sol LeWitt formulierte: „Die Form selbst ist von sehr begrenzter Bedeutung, sie wird zur Grammatik der gesamten Arbeit.“
Auf den ersten Blick möchte man Jan de Weryha als späten europäischen Vertreter der Minimal Art bezeichnen. Doch schauen wir genauer hin, dann wird deutlich, dass Jan de Weryha dann doch Ansprüche hat, die denen der Minimal Art extrem entgegen stehen. Bei ihm stehen die Natur und die natürliche Beschaffenheit des Materials im Mittelpunkt seines Schaffens. Die natürlichen Vorgaben treffen bei ihm mit dem rationalen Gestaltungswillen zusammen. Die reine Form der Minimal Art wird von ihm in zweierlei Hinsicht wieder aufgeladen. Zum einen vermeidet er nicht die individuellen Bearbeitungsspuren des Holzes durch industrielle Fertigung, sondern stellt sie ganz in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Motorsäge, Axt und Stechbeitel hinterlassen sehr differenzierte Oberflächen. Außerdem liebt er es, seine durchaus minimalartigen Formationen ganz bewusst an Grundmustern der Natur wie Ameisenhaufen, Bienennestern oder an archaischen Konstruktionen auszurichten: Iglu, Säule, Turm oder schlichte Stapelungen wie zum Trocknen von Hölzern tauchen immer wieder auf.
In Jan de Weryhas Arbeiten sind die Natur und die natürliche Beschaffenheit des Materials Ausgangspunkt für die Entwürfe und die Gestaltungsprozesse. Seine Arbeiten leben aus der Konfrontation von Bearbeitetem und Unbearbeiteten, Berührten und Unberührten. Zugleich enttäuscht er bewusst die Erwartung des Betrachters, der gewohnt ist, die bearbeiteten Seiten einer Skulptur gegenüber der vermeintlich unbearbeiteten Seite vorzuziehen.
Meine Damen und Herren, Prozesse historischer Dimension wie die europäische Integration und die anstehende Osterweiterung der EU setzen ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit voraus, an Bereitschaft, aktuelle Probleme und historische Lasten, aber auch künftige Chancen gemeinsam kreativ zu bearbeiten. Die Kultur, die Künste und die Künstler, haben von jeher in ihrer Bereitschaft zum Experiment, zur Grenzüberschreitung, zur Infragestellung des Herkömmlichen, Instrumentarien entwickelt, die für die Zusammenarbeit mit dem Anderen Modellcharakter haben können. Und sie haben eine Sprache entwickelt, die alle Grenzen hinter sich lässt [...].













 
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